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>Call for Papers
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>Gender - Körper - Film
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>Ansätze und Methoden in der Diskussion
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>Ein Sammelband hg. von der Arbeitsgruppe "Gender-Körper-Medien" (s. u.)
>Publikation im vdg-Verlag Weimar, in der Reihe [medien/i], hg. von Claus
>Pias, Joseph Vogl und Lorenz Engell
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>Thema des Bandes
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>Der zentrale Bezugspunkt des Sammelbandes ist die Beziehung zwischen Gender
>und Medien. Dieses Begriffspaar bildet ein gängiges Schlagwort in der
>Kulturwissenschaft, hinter dem sich verschiedene Ansätze verbergen können.
>Es scheint deshalb ein lohnenswertes Projekt, diese zu sammeln, zu
>besprechen und auch kritisch zu hinterfragen.
>Dabei sollen Beiträge sowohl aus historischer als auch aus theoretischer
>Perspektive berücksichtigt werden.
>Wie der Titel "Gender - Körper - Film" andeutet, zielt das Buch dabei auf
>Themen aus dem Bereich des Films - wobei wir den Begriff weit fassen
>möchten: Spielfilm, Musikvideo, Fernsehserie, Computerspiele etc.
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>Dass die Massenmedien zur gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht
>beitragen, steht außer Zweifel, aber es sollte auch über die geschlechtliche
>Zuschreibung der Medien selbst nachgedacht werden: Ist ein Medium in seiner
>Medialität bzw. Materialität seinerseits geschlechtlich codiert? Dabei
>interessieren uns in historischer Perspektive insbesondere jene kulturellen
>Praktiken, die mediale Techniken und Geschlecht verbinden:
>Der Buchstabe wurde zum Beispiel in der christlichen Schriftreligion mit der
>Metapher des weiblichen Schleiers bzw. der Hülle beschrieben, der den Sinn
>des Wortes verdecke. In der Schriftauslegung wurde dann später vom Text als
>einer "weiblichen Geliebten" gesprochen, die es durch die Lektüre zu
>entschleiern und zu enthüllen gelte. Diese kulturell konstruierte Bindung
>von Weiblichkeit an die äußere Hülle (die in der Regel von Männern
>konstruiert wurde), haben wiederum auch Frauen aufgegriffen, um die
>Materialität der Hülle und ihre weiblich codierte Vermittlungsfunktion zu
>zelebrieren und zu entwickeln.
>Ließe sich ähnliches auch im Bereich Film finden? Welche Gegenentwürfe
>ließen sich zum Beispiel bezüglich des Konzepts der "phallozentrischen"
>Blickbeziehung im Kino finden, von dem die feministische Filmtheorie so
>lange gesprochen hat? Wie ist das Medium selbst an der Konstruktion und
>Dekonstruktion von Geschlecht beteiligt?
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>Eine zweite Reflexionsachse möchte sich Ansätzen und Theorien zuwenden, die
>in Filmen nach Neuformulierungen von Geschlecht suchen. Heute lassen sich
>alternative Geschlechterentwürfe bei Filmfiguren beobachten, die sich auch
>äußerlich neu definieren, zum Beispiel durch computergestütztes Morphing
>oder Rendering. Welche Rolle spielt zum Beispiel die Unterscheidung
>analog/digital in Bezug auf Gender?
>Durch Ambivalenz und Androgynität wird heute die traditionelle Auffassung
>von Geschlecht vielerorts untergraben. Der eigene Körper wird als Ort des
>Wissens als ein politischer Ort entdeckt. In Theorie und künstlerischer
>Praxis werden Modelle entworfen, die über die Zweigeschlechtlichkeit durch
>die Forderung nach einem einzigen oder mehr als zwei Geschlechtern
>hinausgehen. Welche Formen lassen sich hier aufzeigen, wie können alte Filme
>neu gesehen werden und wie ließen sich die Geschlechterpraktiken
>beschreiben?
>Solche Ansätze der Neuformulierung von Geschlecht sollten aber auch der
>Kritik unterzogen werden: Im Hinblick auf multiple Geschlechteridentitäten
>stellt sich zum Beispiel die Frage nach der Politikfähigkeit dieser
>dekonstruierten Subjekte heute wieder vermehrt.
>Welche Ansätze, Fragestellungen und Lösungen bieten sich in historischen wie
>zeitgenössischen Filmen bezüglich der Konstruktion von "neuen" Geschlechtern
>und ihrer Kritik an?
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>Organisation und zeitliche Planung
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>Wir bitten um die Zusendung eines Themenvorschlags und eines Abstracts von
>ca. 1 Seite bis zum 31. März.
>Die Abgabe der Beiträge soll bis zum 15. Juni erfolgen.
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>Kontakt: per E-Mail an eine der Herausgeberinnen (s. u.)
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>
>Die Herausgeberinnen der Arbeitsgruppe "Gender-Körper-Medien"
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>Die Arbeitsgruppe Gender-Körper-Medien ist ein unabhängiges Netzwerk von
>sechs Wissenschaftlerinnen aus den Kultur- und Medienwissenschaften, die
>gemeinsam an interdisziplinären Fragen der Gender Studies arbeiten. Neben
>der Organisation von Tagungen und Publikationen wird derzeit eine
>Internet-Seite erstellt, die einen Ort für Information und Austausch bieten
>will.
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>Die Herausgeberinnen dieses Bandes sind:
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>Dr. Annette Geiger (UdK Berlin)
>[log in to unmask]
>
>Stefanie Rinke (HU Berlin)
>[log in to unmask]
>
>Dr. Stevie Schmiedel (Zentrum für Frauen-, Geschlechter- und Queerforschung,
>Hamburg)
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>
>Hedwig Wagner (Bauhaus-Universität Weimar)
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The German Studies Call for Papers List
Editor: Stefani Engelstein
Assistant Editor:  Karen Eng
Sponsored by the University of Missouri
Info available at: http://www.missouri.edu/~graswww/resources/gerlistserv.html