LISTSERV mailing list manager LISTSERV 16.0

Help for GERMAN-CFP-L Archives


GERMAN-CFP-L Archives

GERMAN-CFP-L Archives


GERMAN-CFP-L@PO.MISSOURI.EDU


View:

Message:

[

First

|

Previous

|

Next

|

Last

]

By Topic:

[

First

|

Previous

|

Next

|

Last

]

By Author:

[

First

|

Previous

|

Next

|

Last

]

Font:

Proportional Font

LISTSERV Archives

LISTSERV Archives

GERMAN-CFP-L Home

GERMAN-CFP-L Home

GERMAN-CFP-L  July 2012

GERMAN-CFP-L July 2012

Subject:

CFP: Geschichts(er)findungen. Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen Tradition und Transmoderne (Oxford University, November 30 - December 1, 2012, Deadline: August 31, 2012)

From:

"Schmidt, Olaf" <[log in to unmask]>

Reply-To:

German Studies CFP Forum <[log in to unmask]>

Date:

Fri, 13 Jul 2012 14:31:51 +0000

Content-Type:

text/plain

Parts/Attachments:

Parts/Attachments

text/plain (98 lines)

Call for Papers

"Geschichts(er)findungen.
Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen Tradition und Transmoderne"

Oxford University, 30. November bis 1. Dezember 2012
Mit der Georg-Büchner-Preisträgerin 2012 FELICITAS HOPPE


„Glauben Sie nicht, ich wüsste nicht, was es mit der Wahrheit auf sich hat“, beteuerte Felicitas Hoppe im Rahmen eines Interviews ihrem Gesprächspartner Fridtjof Küchemann und versicherte weiter, dass es ihr im Schreiben immer auch um Annäherung an die Wahrheit gehe, die ihr erstrebenswert und unerreichbar zugleich sei (I). Selbstbezügliche Aussagen dieser Art sind es, die das philologische Interesse an der 1960 in Hameln geborenen Schriftstellerin schüren, die literarische und historische Elemente zu hochkomplexer Prosa schichtet.
Felicitas Hoppe gehört zu den eigenwilligsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihr Werk ist vielfach ausgezeichnet: u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis, dem Ernst-Willner-Preis, dem Literaturpreis der Stadt Bremen und zuletzt dem Georg-Büchner-Preis.
Auf ihr literarisches Debüt, die Prosaminiaturen "Picknick der Friseure" (1996) folgten der Seefahrerroman "Pigafetta" (1999) und der Reise- und Abenteuerroman "Paradiese, Übersee" (2003). Die latente spielerische Einverleibung historischen Personals im Frühwerk intensiviert sich in der Portraitsammlung "Verbrecher und Versager" (2004) und dem Campusroman "Johanna" (2006), der eine akademische Annäherung an die Jungfrau von Orléans karikiert. Die Integration des faktisch Verbürgten in den Bereich der Phantasie bis hin zur völligen Auflösung der Grenzen zwischen Fakt und Fiktion fand ihren Höhepunkt in der Biofiktion der Autor-Imago Felicitas Hoppe selbst, dem Roman "Hoppe" (2012). Werkgenetisch betrachtet verdichtet jeder weitere Text aufgrund des intertextuellen, auto-intertextuellen und intratextuellen Verweissystems das Œuvre insgesamt und setzt kontinuierlich die Semantisierung der früheren Texte fort.

Die Auseinandersetzung mit Felicitas Hoppes Erzählwerk von Seiten der Literaturwissenschaft erfolgte bislang vereinzelt und primär aus deutschsprachiger Sicht (II). Die erste Konferenz außerhalb des deutschen Sprachraums möchte an bisherige Ergebnisse anschließen, jedoch im Rekurs auf Positionen der internationalen Transmoderneforschung (AMIAN 2008, KIRBY 2006) zugleich neue Akzente setzen. Die Förderung eines Writer-in-Residence-Aufenthalts der Autorin durch den DAAD, die Faculty of Medieval and Modern Languages, das Queen’s College und das Lincoln College Oxford, ermöglicht eine Lesung und Diskussion mit Felicitas Hoppe im Rahmen des Tagungsprogramms. Prof. Dr. Michaela HOLDENRIED (Freiburg i. Br.) wird die Veranstaltung mit einem Gastvortrag eröffnen.

Der Leitbegriff der „Geschichts(er)findungen“ impliziert zweierlei: Zum einen akzentuiert er „Geschichte“ als faktische, verifizierbare Vergangenheit und damit als einen wesentlichen Ressourcenbereich, aus dem Felicitas Hoppe schöpft und den sie in wechselnden Genres und Modi produktiv transformiert. Zum anderen zielt „Geschichte“ als „histoire“, mithin als Ereignis- und Handlungsebene, auf eine wesentliche Kategorie erzählter Welten, deren konsequente formale Auflösung und Kontrafaktur kausallogischer Konstellationen einen Wesenszug der Poetologie Felicitas Hoppes ausmacht.
Folglich wären erzähltheoretische Fragestellungen wünschenswert, die entweder einzelne Ebenen oder Elemente der Narration fokussieren oder sich an kontextuelle Aspekte anlehnen. Diese sollten vorzugsweise den produktiven Umgang mit den historischen Implementen stofflicher, sprachlicher oder metaphorischer Art miteinbeziehen. Daran anschließend wäre in paradigmatischen Untersuchungen, die Strategien des Prosawerks aufgreifen, nach der literaturhistorischen Verortung der Erzählerin Felicitas Hoppe zwischen Tradition und Transmoderne zu fragen – und schließlich vice versa danach, inwiefern die Bestimmung ihres poetisch-ästhetischen Erzählprogramms einen Beitrag zur Literaturgeschichte in der ausgehenden Postmoderne leisten kann.

Besonders willkommen sind Vorschläge zu folgenden Fragestellungen:

1.) FELICITAS HOPPES ERZÄHLWERK ZWISCHEN TRADITION UND TRANSMODERNE

-       Wie lässt sich Hoppes Werk in der gegenwärtigen Erzählliteratur  verorten? Nehmen die Romane auf die Erzählpoetik jüngster Gegenwartsliteratur Bezug oder konterkarieren sie deren Verfahren (vgl. HELLSTRÖM/NEUHAUS 2008)?
-       Wie lässt sich Hoppes Werk im Verhältnis zur literarhistorischen Tradition, wie beispielsweise der deutschen Romantik (CONTER 2008), bewerten? Welche Traditionen, Texte und Referenzen werden aufgegriffen und wie werden diese erzählerisch integriert? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten lassen sich zu respektive gegenüber transmodernen Ästhetiken internationaler Literaturen ausmachen (vgl. u.a. AMIAN 2008, EPSTEIN 1999, HOLDENRIED 2005, KIRBY 2006)?


2.) FELICITAS HOPPES ERZÄHLWERK ZWISCHEN HISTORIE UND ERFINDUNG

-       Welche Stoffe und Motive greift Hoppe in ihren historischen Erzählungen auf und wie werden diese rezipiert und umgeformt? Welche Konsequenzen resultieren daraus für einzelne Ebenen der Erzählung (z.B. den Erzähler, die Gestaltung von Zeit) und für die jeweiligen literarischen Gattungen?
-       Welche Formen und Funktionen fiktionalen und faktualen Erzählens sind erkennbar? Welche funktionale und motivationale Bedeutung kommt diesen im Text zu und wie wandeln sie sich  im Zuge der Werkgenese?
-       Auf welche Art und Weise realisiert sich die dominante Metafiktionalität in einzelnen Texten und wie ist sie in Bezug auf die Transgression konventioneller Erzähl- und Gattungssysteme zu bewerten (vgl. A. NÜNNING 1995)?
-       Felicitas Hoppes metaautobiografisches Schreiben, das mit deutlich akzentuierten Erzählerfiguren, Autorimagenes und autobiografischen Fakten (vgl. HOLDENRIED 2000) spielt, ist mitunter vom öffentlichen Auftritt der empirischen Autorin nicht zu trennen: Welche konzeptionellen und terminologischen Herausforderungen stellt dieses Phänomen an die Literaturwissenschaft und welche Vergleiche lassen sich zu weiteren Autorinszenierungen in der Gegenwartsliteratur ziehen?


3.) FELICITAS HOPPES ERZÄHLWERK IM KONTEXT VON LITERATUR, KRITIK, MARKT UND WISSENSCHAFT

-       Hoppes Texte suggerieren intensive Vertrautheit mit zeitgenössischen Theoriediskursen ebenso wie mit akademischen Verfahrensweisen. Auf welche (philologischen, ästhetischen) Theoreme spielen die Texte an und wie ist die literarische Reaktion auf dieselben zu deuten?
-       Welche Verbindungen lassen sich ausgehend von diesen selbstreferentiellen Verfahren zu anderen Autoren der Gegenwart ziehen?
-       Welche methodologischen Probleme ergeben sich aus dieser wechselseitigen Beeinflussung für die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gegenwartsliteratur?
-       Die Verleihung des Büchnerpreises befördert die Kanonisierung Felicitas Hoppe in der deutschsprachigen Literatur. Die Autorin gibt somit Anlass zur exemplarischen Untersuchung der Beeinflussung von Preisvergaben und anderen Marktfaktoren auf die Bedingungen des Schaffens und die literaturwissenschaftliche Wahrnehmung (NEUHAUS 2012).


Interessentinnen und -en werden um Vortragsvorschläge in deutscher oder englischer Sprache in der Länge von maximal 500 Wörtern bis zum 31. August 2012 an die beiden Organisatorinnen Svenja Frank ([log in to unmask]) und Julia Ilgner ([log in to unmask]) gebeten. Die Beiträge sollten eine Länge von 30 Minuten nicht überschreiten, um Raum für die anschließende Diskussion zu wahren.
Es wird eine Tagungsgebühr in Höhe von 30 £ (20 £ für Doktoranden) erhoben. Die Kosten für An-/Abreise und Unterbringung können nicht übernommen werden, jedoch erfolgen Hinweise auf preisgünstige Unterkünfte im Zuge der Teilnahmebestätigung.
Besonderer Dank für die freundliche Unterstützung gilt dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Faculty of Medieval and Modern Languages der Oxford University sowie dem Queen’s College und dem Lincoln College Oxford.

____________________________________
I „Es klingt kokett: Ich möchte die Wahrheit sagen“. Felicitas Hoppe im Interview mit Fridtjof KÜCHEMANN, FAZ vom 17. Januar 2003.
II Nach wie vor einschlägig ist der Sammelband von Martin HELLSTRÖM und Stefan NEUHAUS (Hg.): Felicitas Hoppe im Kontext der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Innsbruck/Wien/Bozen 2008 (Angewandte Literaturwissenschaft 1), der die wesentlichen bis dato erschienenen Texte der Autorin im Kontext zeitgenössischer Literaturdiskurse betrachtet, wenn auch mit überwiegendem Fokus auf dem Roman Johanna (2006). Eine Erweiterung nicht nur in methodischer Perspektive ist von den Ergebnissen der Hamburger Tagung unter der Leitung von Ortrud GUTJAHR zu erwarten, die im Zuge der Gastprofessur Felicitas Hoppes für interkulturelle Germanistik am 13./14. Juni 2012 ausgetragen wurde und insbesondere den Motiv- und Gattungskomplex des Reisens würdigt, ebenso wie von dem jüngst erschienenen Band von Thomas HOMSCHEID und Esbjörn NYSTRÖM (Hg.): Geschichten des Reisens – Reisen zur Geschichte. Studien zu Felicitas Hoppe. Uelvesbüll 2012.. Weiterhin sei auf die vergleichend angelegte Studie von Gerhard SCHOLZ ebenfalls zu Johanna, verwiesen: Zeitgemäße Betrachtungen? Zur Wahrnehmung von Gegenwart und Geschichte in Felicitas Hoppes "Johanna" und Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt". Innsbruck/Wien/Bozen 2012 (Angewandte Literaturwissenschaft 15).



Svenja Frank
University of Oxford
Faculty of Medieval and Modern Languages
41 & 47 Wellington Square
Oxford OX1 2JF
Great Britain
[log in to unmask]
http://www.mod-langs.ox.ac.uk/frank

Julia Ilgner
Graduiertenschule Kultur- und Sozialwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.
Starkenstraße 44
D-79085 Freiburg i. Br.
[log in to unmask]


Autorenporträt und Werkverzeichnis der Autorin bei S. Fischer:
http://www.fischerverlage.de/autor/14383



ZITIERTE LITERATUR:

AMIAN, Katrin: Rethinking Postmodernism(s). Charles S. Peirce and the pragmatist negotiations of Thomas Pynchon, Toni Morrison and Jonathan Safran Foer . Diss. Phil. Amsterdam u.a. 2008 (Postmodern Studies 41).

EPSTEIN, Mikhail: „Conclusion: On the Place of Postmodernism in Postmodernity“. In: Russian Postmodernism: New Perspectives on Late Soviet and Post-Soviet Culture. Hg. und übers. von Slobodanka Vladiv-Glover. New York 1999, 456-468.

KIRBY, Alan: „The Death of Postmodernism and Beyond“. In: Philosophy Now, November/December
2006. Volltext: http://philosophynow.org/issues/58/The_Death_of_Postmodernism_And_Beyond.

HOLDENRIED, Michaela: Autobiographie. Stuttgart 2000.
–       „Ein unbekannter Stubengenosse Schillers, das Tropenverdikt Ottiliens und die Suche nach dem Berbiolettenfell. Anmerkungen zur postmodernen Zitationspraxis und Autorschaft im Werk von Felicitas Hoppe“. Volltext unter http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/kk/df/ postkoloniale_studien/holdenried_hoppe.pdf, ins Netz gestellt am 11.7.2005.

NEUHAUS, Stefan: „Was macht Literatur preiswürdig?“ In: Literaturkritik.at vom 15. Juni 2012.
        [http://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/1003103.html]
– /HELLSTRÖM, Martin (Hrsg.): Felicitas Hoppe im Kontext der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Innsbruck/Wien/Bozen 2008 (Angewandte Literaturwissenschaft 1).

NÜNNING, Ansgar: Von historischer Fiktion zu historiographischer Metafiktion. 2 Bde. Bd. 1: Theorie, Typologie und Poetik des historischen Romans, Bd. 2: Erscheinungsformen und Entwicklungstendenzen des historischen Romans in England seit 1950. Trier 1995.

*******************
The German Studies Call for Papers List
Editor: Stefani Engelstein
Assistant Editor:  Olaf Schmidt
Sponsored by the University of Missouri
Info available at: http://grs.missouri.edu/resources/gerlistserv.html

Top of Message | Previous Page | Permalink

Advanced Options


Options

Log In

Log In

Get Password

Get Password


Search Archives

Search Archives


Subscribe or Unsubscribe

Subscribe or Unsubscribe


Archives

May 2021
April 2021
March 2021
February 2021
January 2021
December 2020
November 2020
October 2020
September 2020
August 2020
July 2020
June 2020
May 2020
April 2020
March 2020
February 2020
January 2020
December 2019
November 2019
October 2019
September 2019
August 2019
July 2019
June 2019
May 2019
April 2019
March 2019
February 2019
January 2019
December 2018
November 2018
October 2018
September 2018
August 2018
July 2018
June 2018
May 2018
April 2018
March 2018
February 2018
January 2018
December 2017
November 2017
October 2017
September 2017
August 2017
July 2017
June 2017
May 2017
April 2017
March 2017
February 2017
January 2017
December 2016
November 2016
October 2016
September 2016
August 2016
July 2016
June 2016
May 2016
April 2016
March 2016
February 2016
January 2016
December 2015
November 2015
October 2015
September 2015
August 2015
July 2015
June 2015
May 2015
April 2015
March 2015
February 2015
January 2015
December 2014
November 2014
October 2014
September 2014
August 2014
July 2014
June 2014
May 2014
April 2014
March 2014
February 2014
January 2014
December 2013
November 2013
October 2013
September 2013
August 2013
July 2013
June 2013
May 2013
April 2013
March 2013
February 2013
January 2013
December 2012
November 2012
October 2012
September 2012
August 2012
July 2012
June 2012
May 2012
April 2012
March 2012
February 2012
January 2012
December 2011
November 2011
October 2011
September 2011
August 2011
July 2011
June 2011
May 2011
April 2011
March 2011
February 2011
January 2011
December 2010
November 2010
October 2010
September 2010
August 2010
July 2010
June 2010
May 2010
April 2010
March 2010
February 2010
January 2010
December 2009
November 2009
October 2009
September 2009
August 2009
July 2009
June 2009
May 2009
April 2009
March 2009
February 2009
January 2009
December 2008
November 2008
October 2008
September 2008
August 2008
July 2008
June 2008
May 2008
April 2008
March 2008
February 2008
January 2008
December 2007
November 2007
October 2007
September 2007
August 2007
July 2007
June 2007
May 2007
April 2007
March 2007
February 2007
January 2007
December 2006
November 2006
October 2006
September 2006
August 2006
July 2006
June 2006
May 2006
April 2006
March 2006
February 2006
January 2006
December 2005
November 2005
October 2005
September 2005
August 2005
July 2005
June 2005
May 2005
April 2005
March 2005
February 2005
January 2005
December 2004
November 2004
October 2004
September 2004
August 2004
July 2004
June 2004
May 2004
April 2004
March 2004
February 2004
January 2004
December 2003
November 2003
October 2003
September 2003
August 2003
July 2003
June 2003
May 2003
April 2003
March 2003
February 2003
January 2003
December 2002
November 2002
October 2002
September 2002
August 2002
July 2002

ATOM RSS1 RSS2



PO.MISSOURI.EDU

Secured by F-Secure Anti-Virus CataList Email List Search Powered by the LISTSERV Email List Manager