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GERMAN-CFP-L  October 2003

GERMAN-CFP-L October 2003

Subject:

CFP: Technikgeschichte nach dem Pictorial Turn? (12/21/03; Wien 06/04)

From:

Karen Eng <[log in to unmask]>

Reply-To:

German Studies CFP Forum <[log in to unmask]>

Date:

Wed, 15 Oct 2003 08:25:05 -0500

Content-Type:

text/plain

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text/plain (144 lines)

>
>
>Wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft für Technikgeschichte 2004
>
>Call for papers
>
>Technikgeschichte nach dem Pictorial Turn?
>Die Rolle von Bildern in Wissenschaft und Technik
>
>Termin: 11.-13.6.2004
>Ort: Technisches Museum Wien
>
>Schon die scheinbar simple Frage "Was ist ein Bild?" brachte eine schier
>unübersehbare Menge an philosophischen, kunsthistorischen und
>medienwissenschaftlichen Abhandlungen hervor, ohne daß die Frage damit
>erschöpfend geklärt worden wäre. Wie William J. T. Mitchell
>konstatierte, sind Bilder großartige Beispiele für das, was Latour als
>"Faktische" (Fetisch plus Faktum) bezeichnet: hybride Objekte, die auf
>der Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion, Tatsache und Glaube schwanken.
>Bilder sind sowohl autonom als auch konstruiert, sie sind gefunden und
>gefertigt, Imitate und Produkte.
>Waren Bilder immer schon konstruiert, so erfuhr diese Konstruiertheit
>mit den neuen Medien in jüngster Zeit eine bislang unbekannte Dimension.
>Mit der Herstellung digitaler Bilder erodierte die ohnehin prekäre
>Beziehung der Bilder zur "Realität" in neuartiger Weise. Zudem, so wird
>konstatiert, seien damit Veränderungen von Wahrnehmungs- und
>Rezeptionsmustern verbunden. Die Ausrufung des pictorial bzw. iconic
>turn verweist schließlich darauf, dass man sich der Bilder unsicher
>geworden ist, dass ein historischer und gesellschaftlicher
>Klärungsbedarf hinsichtlich des Status, der Funktion und der Rolle von
>Bildern in Geschichte und Gegenwart besteht.
>
>Die Gesellschaft für Technikgeschichte widmet ihre Jahrestagung vom
>11.-13. Juni 2004 in Wien dem Thema „Bilder und Wissenschaft, Bilder und
>Technik“. Das Verhältnis von Bild und Technik bzw. Wissenschaft soll
>dabei in verschiedener Hinsicht in den Blick genommen werden, um sowohl
>den Umgang mit Bildern in der Technikgeschichte als auch vor allem deren
>Bedeutung, Rolle und Funktion für Wissenschaft und Technik selbst zu
>thematisieren.
>
>
>Technik- und Wissenschaftsbilder als historische Quelle
>Bilder von Technik gibt es seit der Antike. Sie fungierten als
>Illustration, Erklärung, Zeichnung, Konstruktionsplan, aber auch
>Inszenierung und Theatralisierung von Technik oder wissenschaftlichen
>Leistungen. Historikern dienen solche Bilder häufig als Quelle, wobei
>üblicherweise auf Panofskys ikonologische Methode zurückgegriffen wird.
>Allerdings scheint es fragwürdig, ob diese eine adäquate Beschreibung
>und Interpretation von Bildern darstellt. Häufig bleibt der spezifische
>mediale Status des Bildes, der es vom Text unterscheidet, genauso
>unbeachtet wie die ästhetische Dimensionen. Das Bild wird zudem auf
>seinen Dokumentensinn reduziert. Bildtheoretische und methodische
>Fragen, die sich genuin als interdisziplinär erweisen, sollen daher auf
>der Tagung diskutiert werden.
>
>
>Bildrhetorik, Inszenierung und Ästhetisierung
>Technik und Wissenschaft werden „ins Bild gesetzt“. Sie unterliegen
>dabei einer bestimmten Rhetorik sowie spezifischen Inszenierungs- und
>Ästhetisierungsstrategien, die sich historisch wandelten. Wie
>Daston/Galison in ihren wissenschaftshistorischen Studien zeigten,
>veränderte sich vor allem das Verhältnis von Objektivität und Ästhetik.
>Darüber hinaus stellte die Kunstgeschichte (Bredekamp / Werner) die
>Frage, inwieweit auch Wissenschafts- und Technikbilder spezifischen
>Stilen folgen und durch diese geprägt sind.
>
>
>Wissensgenerierung und Vermittlung von Wissenschaft und Technik
>Bilder geraten in jüngster Zeit neben Sprache und Zahl als ein Medium
>der Generierung, Mitteilung und Veranschaulichung von Wissen verstärkt
>in das Blickfeld der Forschung. Ihnen wird eine hohe Bedeutung sowohl
>für den Erkenntnisprozess als auch für die Wissenskommunikation
>zugeschrieben. Bilder sind Erkenntnis-, Legitimations- und
>Kommunikationsmedium; sie repräsentieren und kommunizieren in einer
>eigenen Form Wissen und Technik, ob in Fachdiskursen, Ausstellungen oder
>beispielsweise auch in Technikmuseen. Ihnen kommt mithin im
>wissenschaftlichen Diskurs und in der Popularisierung von Wissenschaft
>und Technik eine wichtige Funktion zu, die auf der Tagung in ihrem
>historischen Wandel in den Blick genommen werden sollen.
>
>
>Techniken der Visualisierung
>Vom Mikroskop und dem Teleskop aus dem 16. Jahrhundert über die
>Photographie und Radiologie im 19. Jahrhundert bis hin zu heutigen
>bildgebenden Verfahren, die auf digitaler Technik beruhen, werden
>Techniken zur Visualisierung in den Wissenschaften eingesetzt. Das neue
>Interesse gegenüber Bildern in der Wissenschaft resultiert nicht zuletzt
>aus den Herausforderungen und der Bedeutung neuer
>Visualisierungstechniken, die seit den 80er Jahren eine zunehmende
>Verbreitung erfahren. Die Relevanz von Bildern in der Generierung und
>Vermittlung von Wissen wandelten sich dabei historisch jeweils im
>Wechselspiel mit neuen Technologien der Bildherstellung. Dies wirft zum
>einen erkenntnistheoretische Fragen auf, zum anderen geraten die
>Visualisierungstechniken selbst in den Blick. Gerade der
>Technikgeschichte kommt die Aufgabe zu, die Techniken der
>Bildherstellung und -erkennung, den gesellschaftlichen und ökonomischen
>Kontext ihrer Entstehung, ihre Pragmatik und ihre Grenzen sowie ihre
>Konsequenzen für Wahrnehmung und wissenschaftliche Erkenntnis zu
>erforschen, wie z.B. Gugerli / Orland betont haben.
>
>
>Reproduktions- und Verbreitungstechniken
>Zwar ist die Reproduktionsgraphik seit dem 15. Jahrhundert im Gebrauch
>und ermöglichte damit die Verbreitung von Bildern, gleichwohl wird
>üblicherweise im 19. Jahrhundert eine Zäsur gesetzt, indem die Techniken
>der Massenkommunikation mittels neuer technischer Druckverfahren und
>-materialien betont werden. Zweifellos bilden die Möglichkeiten der
>Bildreproduktion und ihrer globalen Verbreitung eine wesentliche
>Voraussetzung für die Rolle der Bilder, die es in ihrem historischen
>Wandel und ihren Auswirkungen zu untersucht gilt.
>
>
>Vorträge können sich mit den genannten Themenfeldern befassen. Auf der
>Tagung in Wien soll außerdem eine Sektion mit Vorträgen ohne thematische
>Bindung angeboten werden.
>Abstracts (ca. eine Din-A4 Seite) schicken Sie bitte bis zum 31.12.2003
>an:
>[log in to unmask]
>
>Oder
>Dr. Martina Hessler
>Historisches Institut der RWTH Aachen
>Lehrstuhl Neuere Geschichte
>Kopernikusstr. 16
>52056 Aachen
>
>Studierende können für die Teilnahme an der Tagung ein Reisestipendium
>beantragen.
>
>
>------------------------------------------------------------------------
>Dr. Martina Hessler
>Historisches Insitut der RWTH
>Kopernikusstr. 16
>52056 Aachen

--

*******************
The German Studies Call for Papers List
Editor: Stefani Engelstein
Assistant Editor:  Karen Eng
Sponsored by the University of Missouri
Info available at: http://www.missouri.edu/~graswww/resources/gerlistserv.html

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